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Achter Eintrag

Aus dem Zug ausgestiegen in die Dunkelheit der Sonnenabwesenbeit, es ist trotzdem noch warm und schwül. Die Wegelagerei der Taxifahrer erfolgreich abgewehrt, am Ausgang stehen ohne zu übertreiben zwanzig Taxifahrer, dahinter weitere 15 auf dem Weg zum Ausgang des Parkplatzes vor dem Bahnhof. Wir brauchen nicht weit laufen, einen Kilometer vielleicht, dann kommen wir im Hotel an.

Es ist ein größeres Gebäude, 5 Stockwerke, neumodisch eingerichtet, die mit gefärbtem weissen Haar aufwartende Frau an der Rezeption begrüßt uns herzlich, sieht die Reservierungen durch und übergibt uns unsere Keycards, zusammen mit einem leckeren Willkommensdrink, irgendwas fruchtiges, kein Schimmer. Wir fahren per Aufzug in den 5. Stock und betreten unsere Zimmer, ich habe ein recht kleines, Flo ein riesiges, er hatte nochmal ein besseres Zimmer nachgebucht, da es im Angebot war, 17€, kann man machen. Wir essen noch etwas im Hotelrestaurant, nachdem wir nur ganz kurz durch Surabaya spazierten und nichts fanden das uns ansprach, inzwischen war es 22 Uhr, wir rauchten vor dem Hotel noch eine. Um 23 Uhr ca trafen wir uns nochmal zum Rauchen und ich entdeckte das Schild "Smoking Area" auf einer Tür, die uns aufs Außentreppengeländer führte. Ich ging die Treppen hoch, öffnete die nicht verriegelte Tür und wir standen auf dem Dach des Gebäudes, ein schöner Ausblick über die mit recht hohen Gebäuden versehene Stadt, wunderschöner Ausblick. Danach legten wir uns nach einer Dusche zur Nachtruhe in unseren jeweiligen Zimmern nieder.

Um 8:45 klingelt der Wecker, um 8:47 mein Handy, es ist Flo, wach? ja, halbe stunde müssen wir los, na gut. Ich stehe auf, reibe mir die Augen, bin unfassbar müde, barfuß gehe ich noch einmal nach oben aufs Dach, rauche eine, huste, nehm die Stadt mit der Videokamera auf, dann pack ich die restlichen Sachen, klingel bei Flo und wir stehen um 9:15 unten, um unsere Keycards abzugeben und uns ein Taxi rufen zu lassen. Brauchen wir allerdings nicht, es stehen knapp 6 Taxifahrer vor der Tür, während der eine, den wir als Unseren bestimmten den Wagen ausparkte, versuchte ein Anderer uns abzuwerben, fies, natürlich gingen wir darauf nicht ein.

Eine gefühlte Ewigkeit durchraste der Taxifahrer die Stadt, in die kleinsten Lücken quetschend, hupend, zu seiner CD mitsingend und auf dem Handy tippend, bretterte er an allem vorbei, was ihm auch nur minimalsten Platz bot, bzw. er hupte sich den Weg frei. Am Flughafen angekommen ab zum Check In, vorher die Rucksäcke in Plastikfolie einwickeln lassen, guter Service und praktisch. Dann der Schock unser Flug stand nicht auf der Anzeigetafel, nachfragen ergab, dass der Flug von 11 auf 9 Uhr vorverlegt wurde, just indonesian things, wir gehen zum Infoschalter der Fluggesellschaft und uns wird ein anderer Flug um 13 Uhr gebucht, endlich mal im Terminal warten. Wir verbringen uns die Zeit mit Kaffee trinken und Rauchen, um 12:25 checken wir ein, um wieder in einer Lobby zu warten, ohne Kaffee, dafür mit Rauchverbot. Um 13 Uhr fragen wir uns dann, wann wir endlich in den Flieger können und prompt erscheint die Anzeige "Delayed". Um zirka 14 Uhr dürfen wir dann tatsächlich in den Flieger.

Wir setzen uns auf unsere Plätze und freuen uns riesig über die nonexistente Beinfreiheit. Flos und meine Beine drücken an den Stuhl des Vordermanns, während sich unsere Arme beim normalen Sitzen berühren, ein Traum. Die Stewardess kommt dann allerdings zu unserer Überraschung und bietet uns einen Platz ganz vorne an, wir willigen sofort ein und können auf einem Dreiersitz jeweils außen sitzen und die Füße ausstrecken, herrlich. Der Flug startet und nach wenigen Minuten ist es dann auch schon vorbei, das Flugzeug landet, 55 Minuten Flug. Um 16 Uhr steigen wir aus dem Flieger, der Mathrmatikprofessor unter euch hat es vielleicht bemerkt, wir durchflogen eine Zeitzone. Auf unsere Rucksäcke gewartet, sie kamen als letztes, auf den Kofferwagen mit der Nummer 187 gelegt und raus, erstmal rauchen und unser heutiger Aufenthaltsort hatte uns einen Fahrer gesendet. Haltet Ausschau nach einem Indonesier mit Schild, hieß es da, unfassbar lustig, also halten wir Ausschau und draußen angekommen finden wir ihn tatsächlich sehr schnell. Ein älterer Mann mit weisser Kappe auf dem Kopf, er öffnet uns die Türen und lädt uns ein, im Auto zu rauchen, gerne doch. Wir durchstreifen grüne Landschaften, zwischendrin immer wieder kleine Häuser oder Hütten und viele Indonesier davor, darin oder daneben, dazu Hunde, freilaufende Hunde haben wir hier bisher nicht gesehen, aber hier auf Lombok gibt es sie überall, es brennt such manchmal mitten an der Straße, die Bewohner dieser schönen Insel verbrennen ihren Müll. Unser Fahrer fährt entgegen seinem vorgezeigten Gemüt sehr aggressiv, überholt alles was vor ihm ist, hupt bei jeder Überholung und brettert generell sehr schnell durch den geteerten Weg.

An Yuli's Homestay, unserer Unterkunft, angekommen, erwartet uns bereits ein Indonesier, zeigt uns eine Karte der Umgebung und was man hier tolles machen kann, hier Strand, naher Strand, entfernterer Strand, noch ein Strand, wir sind glücklich. Yuli kommt persönlich und begrüßt uns sehr herzlich. Dansch trägt der Indonesier meinen Rucksack durch die wunderschöne grüne Anlage und legt sie an einer Reihe von kleinen, zusammenhängenden Häusschen ab, unsere "Zimmer", mit kleiner Veranda, darauf zwei Stühle, ein Tisch, ich bin begeistert, Wir legen unsere Koffer ab und setzen uns auf Flos Veranda, rauchen Kippeny sind im Paradies, es ist wirklich fantastisch schön hier. Es sind auch andere Urlauber zugegen, hauptsächlich Australier, auch ein deutsches Paar ist dabei, wir werden mit "Nabend" begrüßt und staunen nicht schlecht, da reist man mal 12.000km weit.

Wir trinken ein paar gekühlte Bier, rauchen unzählige Zigaretten, ich springe in einen der zwei Pools der Anlage und es ist einfach nur herrlich hier, wir bereuen fast nur drei Tage hier zu verbringen. Am Abend laufen wir noch ein wenig durch die Stadt, eher eine Anhäufung von Bars an der Straße und sehen mehr Touristen als auf unserer gesamten Reise bisher.

Wieder im Homestay angekommen trinken wir jeder noch ein Bier, ich noch einen Tee, kann man sich hirr jederzeit Gmgratis machen, und rauchen Zigaretten. Ich springe nochmal in den Pool, Flo kommt diesmal auch mit und findet so auch die Herrlichkeit angenehmen Wassers bei hohen Außentemperaturen, ich fühl mich eie im Himmel.

Wir reden noch ein wenig, lernen Mike, den Zweitbesitzer, Yuli's Ehemann, ich glaube er ist Australier oder so, kennen, und um 22:30 beschließe ich, schlsfen zu gehen, gucke mir noch ein paar Videos auf Youtube an, hier ist das beste Wlan im Zimmer bisher, und irgendwann schlafe ich dann auch, zufrieden und voller Vorfreude auf das morgige Entspannen, ein.
18.6.16 05:00


Siebter Eintrag

Das gleiche Prozedere wie so oft, aufstehen, duschen, rauchen, danach erstmal zu Starbucks, Kaffee trinken, Starbucks liegt gegenüber unserem Hotel, diesmal sage ich einfach ich heiße Dan, wir sind die Ersten heute, es ist exakt 10:03 Uhr, der Deutsche erscheint genau zur Öffnungszeit.

Danach sitzen wir wieder ein wenig in der Lobby, um uns dann ein Taxi zu suchen und nochmal in die Mailborostreet chauffieren zu lassen, ich brauche T-Shirts, der Wäscheservice des Hotels braucht länger, als gedacht, und ich stehe langsam ohne da, trage das derzeitige Shirt schon zu lange für das Wetter.

Dort angekommen begebe ich mich in mehrere Kleidungsgeschäfte der Mall und die Verkäufer lachen hinter vorgehaltener Hand, als ich sie frage, ob sie Shirts in meiner Größe haben. Ich gehe in ein C&A ähnlichen Shop und spreche eine Verkäuferin an, sie sucht mir nach Wahl der Farbe mehrere Shirts in XL raus, größer gibt es hier nicht, sie lächelt verlegen, aber wir finden dann doch mehr oder weniger Passende. Recht spannend das ganze, die Shirts auch. Derzeit gilt eine kauf 2 krieg 1 Gratis Aktion. Ich nehme drei T-Shirts, begebe mich zur Kasse und zahle unglaubliche 5€. Die Kassiererin packt die Shirts in eine Plastiktüte und tackert den Kassenzettel dran, eine ziemlich sinnige Methode, wie ich finde.

Flo und ich setzen uns dann in ein Cafe mit Raucherbereih mitten in der Mall, ich nehme einen Lycheetee und eine Suppe, Flo holt sich einen Katzenkotkaffee(Kopi Luwang), der in einem seltsamen Mechanismus aufgekocht wird, der an den Chemieunterricht erinnert, ein Brenner berhitzt das Wasser, bis es kocht. dieses steigt dann in eine Glasbowle, in der das Kaffeepulver liegt, dann verbinden sich beide miteinander, der Kaffee kocht oben, um dann abzukühlen und wieder in das Behältnis zu fließen, in dem das Wasser vorher aufgekocht wurde. Dann werden die anderen Apperaturen entfernt und der aufgekochte Kaffee wird in eine Tasse gegossen. Interessant. Meine Suppe schmeckt hervorragend.

Wieder ab ins Hotel, ein bisschen rumlümmeln und dann geht es per Taxi zum Busbahnhof, denn wir haben für heute Abend ein Zimmer am Burobudur-Tempel, den wir besichtigen möchten. Am Busbahnhof angekommen fährt nur leider kein Bus mehr, also nehmen wir einen Fahrservice für knapp 10€, der uns bis zu unserem Hotel fährt.

Das Hotel ist einsame Klasse, wirklich 1a, ebenerdig gelegen und nach allen Seiten offen erwartet uns ein riesiger Garten mit kleinen, aneinanderliegenden Hütten, die als Hotelzimmer fungieren. Die sehr nette Bedienung an der Rezeption überreicht uns noch Eintrittskarten zum Tempel, einen Gutschein für das Frühstücksbuffet und einen für einen Audioguide, den wir wohl eher nicht benutzen werden, zudem planen wir uns für die Sonnenaufgangstour ein und lassen uns einen Weckruf für 3:30 bestätigen, das wird eine kurze Nacht.

Im Zimmer angekommen sind wir ebenso begeistert, es ist sauber, nicht allzu klein, zwei Betten stehen bereit und wir haben eine kleine, schöne und ruhige Terrasse, wunderbar. Nach der Besichtigung des Zimmers wollen wir etwas Essen und begnügen uns mit dem Hotelrestaurant. Ich bestelle mir Spieße in Erdnusssoße mit Reis und einen frisch gepressten Wassermelonensaft, Flo ein Nasi Goreng und ein großes Bier. Es schmeckt hervorragend, im Hintergrund spielt ein Angestellter des Hotels auf einer Art traditionellem Xylophon eine kleine Melodie, die Grillen zirpen, es hängen Gekkos in dem großen offenen Raum mit imposantem Kronleuchter, das nenn ich Urlaub. Wir wollen noch Nachtisch bestellen und zwei Getränke, aber die Kellner ignorieren unsere Blicke sehr gekonnt. Als ich nach 10 Minuten endlich einen heranwinken konnte und die Karte nochmal bestellen möchte, um zu sehen was es so gibt, bringt er uns die Rechnung. Wir zahlen und er verschwindet so schnell, wie er gekommen ist.Bestellen wollen wir eigentlich trotzdem noch, es fängt in Strömen an zu regnen. Es vergeht eine kleine Zeitepoche und kein Kellner kommt auch nur ansatzweise in die Nähe und wir fangen schon wie verrückt an zu witzeln, zu viele Gäste, es waren drei Tische belegt, sie wollen unser Geld nicht, der Kellner lungerte unterdessen am Bartresen herum, wir sehen ihn, er uns nicht, vielleicht geschwärzte Sicht. Irgendwann reicht es dann auch, ich stehe auf und hole die Karte, direkt vor den Augen des Kellners, keine Reaktion, wir suchen uns zwei Desserts raus, ich nehme die Karte und lege sie wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück, laufe zu dem Kellner an der Bar und mache unsere Bestellung. Ich wollte ein kleines Bier, er holt es direkt aus dem Eisschrank und stellt es mir so hin, dass ich es mitnehmen könnte, aber ich bin hier nicht der Kellner, also lasse ich es stehen und kehre zum Platz zurück. Nach einer weiteren kleinen Ewigkeit kommt unsere Bestellung dann doch noch an unseren Tisch gelaufen, an ihr haftend der Kellner, dass wir ihn nochmal zu Gesicht bekommen, war unser Highlight des Abends, und auch dass er sofort merkte und herangestürmt kam, als wir erneut zahlen wollten, fanden wir ernüchternd beeindruckend.

Nach dem Essen dann schlichen wir noch durch die riesige Gartenanlage des Hotels, das Zirpen der Grillen, im Hintergrund muslimische und hinduistische Gesänge, verschmolzen zu einer durch die Luft hallenden Bekennung des Glaubens, dazu diese wunderschöne gepflegte Natur und eine riesige goldene Statue, einfach nur herrlich.

Wir kehren gegen 10 in unserem Hotelzimmer ein, duschten, schauten noch ein wenig Fernsehen, rauchten noch ein bisschen auf der Terrasse und gingen gegen 12 zu Bett.

3:26 klingelt mein Wecker, 3:27 der von Flo und um 3:30 das Telefon für den Weganruf. Flo ging nochmal duschen, ich machte mir einen Tee und saß erstmal müde im Schneidersitz auf dem Bett. Kurze Zeit später laufen wir aus dem Zimmer, zur Rezeption, wir bekommen unsere Eintrittskarten und eine Taschenlampe. Mehrere hundert Meter laufen wir durch die Dunkelheit, gefolgt von Gesängen, Zirpen und einer Bande weiterer Touristen. Wir zeigen unsere Eintrittskarten an einem Zaun, werden hindurchgelassen und laufen noch eine kleine Strecke, danach ein paar Treppen, dann sind wir am Tempel und laufen noch ein paar mehr Treppen nach oben.

Oben angekommen sind wir die Ersten, die den Tempel heute bestiegen haben, riesige glockenähnliche Steingebilde, ich setze mich zwischen zwei im Schneidersitz und genieße die Ruhe, die mir demnächst gestohlen werden wird. Ich stehe wieder auf, wir laufen an die Stelle, an der die Sonne aufgeht und positionieren unsere Kameras. als die Als die ganzen Touristen kommen und es langsam immer voller wird, beauftrage ich Flo meine Videokamera zu beaufsichtigen, ich ertrage es hier nicht wirklich, setze mich weiter unten hin, beobachte den immer heller werdenden Horizont, leider ist es ein wenig neblig und ein Bilderbuchsonnenaufgang will sich uns nicht präsentieren, es ist trotzdem unglaublich schön hier. Ich schieße gefühlte 100 Fotos, Panoramabilder, Selfies, etc., was man halt so macht.

Als die Sonne schon höher stand, zirka 6:45 stehe ich auf und laufe in Kreisen um die runde Spitze, gucke mir die Menschen an, mache Fotos, genieße, gogut es mir möglich ist, die Umgebung. Eine halbe Stunde später dann habe ich genug gesehen und fotografiert, gehe zu Flo und sage ihm, dass ich nun gehe, nehme meine Kamera mit. Auf dem Eeg nach unten bleibe ich noch häufiger stehen und schieße weitere Bilder von in Stein gemeißelten Bildnissen vergangener Zeiten, die in den Tempel gehämmert wurden, ein wunderschöner Ort. Unten angekommen schieße ich noch Fotos vom gesamten Tempel und von der traumhaft grünen Umgebung. Ein alter Inder sitzt auf einer Bank, ich habe ihn heute morgen im Hotel schon gesehen.Er begrüßt mich mit wie beim Beten zusammengedrückten Händen und einer Verneigung, ich kann so schnell nicht reagieren mit der Kamera in der Hand und verneige mich nur. Ich laufe weiter nochmal um den Tempel herrum, dann finde ich den Weg zum Hotel nach unten.

Unten angekommen strömen vier Menschen auf mich zu und drücken mir Souveniers ins Auge und ich kann kaum reagieren, kann nur ein bisschen handeln und schon habe ich zwei völlig überteuerte Figuren in der Hand und rege mich auf. Nachdem ich mich durch die Anderen geschoben habe und einfach nur weiter meines Weges will, läuft mir Einer noch hinterher und brüllt mir seine Angebote hinterher, ich laufe einfach weiter, wie gerne ich ihn auch angebrüllt hätte, ich reiße mich zusammen und laufe einfach.

Im Hotel angekommen setze ich mich auf die Terrasse, rauche eine und da ist Flo auch schon, er hat eine Figur und Postksrten gekauft, für die Figur hat er einen Bruchteil bezahlt, den ich bezahlte, und ich hasse irgendetwas dafür, nicht bezifferbar, Gier, keine Ahnung. Ich lege mich nochmal eine dreiviertel Stunde hin.

Als ich aufstehe sitzt Flo noch auf der Terrasse und reicht mir eine Kippenschachtel, meine war leer, er war kurz einkaufen. Neben uns auf einem Blatt vögeln die größten Heuschrecken die ich je gesehen habe, es ist warm. Wir machen uns auf zum Frühstück. Der Lebemann von heute schlägt beim bezahlten Buffet zu, als ob es kein Morgen gäbe und such wir zwei gönnen uns ordentlich, die Frage immer im Hinterkopf wie man sich nur so hart gönnen kann, aber wer kann, der gönnt sich.

Satt und fröhlich laufen wir erneut durch den Garten des Hotels, diesmal im hellen Sonnenschein. Nachdem wir weiterw Fotos schossen ging es wieder auf die Hotelzimmerterrasse, ein paar Zigaretten, dann müssen wir schon wieder raus aus diesem wunderschönen Paradies, lassen uns ein Taxi rufen, welches uns direkt zum Hotel bringen sollte. Der Fahrer kannte allerdings noch einen kleineren Tempel in der Nähe und fuhr uns dorthin. Wir stiegen aus, der Weg zum Tempel war umringt von Ständen und daraus kamen Frauen gestürmt, ich winke ab, sage gefühlte zehnmal nein, ich bin so geladen und gefrustet. Eine Dame hält mir ein gigantisches T Shirt hin, es würde auch mir passen sagt sie, your size your size big enough, ich hätte knapp zweimal in das Shirt gepasst, eben diese Dame lässt wirklich nicht locker, wiederholt gebetsmühlenartig ihre Ansage und läuft mir hinterher, bis wir in der Tempelanlage sind, ein kleiner Tempel steht dort in der Mitte, ich steige hinauf, fotografiere ihn und entdecke von da aus einen gigantischen Baum. Ich laufe die steinernen Treppen wieder runter, auf den Baum zu. Ein riesiges Lebewesen, vielleicht 5 Meter breit und 20 Meter hoch. Nachdem wir uns davor fotografiert haben, gehen wir zurück zum Taxi, die alte Dame lässt mich in Ruhe. Im Taxi schlafe ich wieder ein.

Im Hotel angekommen, ins Foyer gesetzt, Kippe an, endlich wieder zu Hause, wenn man es so nennen kann, es fühlte sich zumindest so an. Wir gingen noch kurz in einen Supermarkt, nicht sehr weit entfernt, wir holten noch unsere Wäsche von der Rezeption ab und dann wurde erstmal geduscht und sich in frische Klamotten geworfen.

Wir beschließen später dann, zum Bahnhof zu gehen, um uns schonmal die Tickets für Donnerstag zu sichern. Mit dem Taxi dort angekommen, bemerken wir, dass wir die Reisepässe vergessen haben, nun gut, dann morgen. Wir laufen die Straße zum Bahnhof runter und biegen rechts in die Mailboro Street ein, die wir dann gemütlich entlangflanieren. Auf der Straße spricht uns jemand an, woher wir kommen, Germany, ah Germany, er kennt es, er erzählt aus seinem Aufenthalt in Koblenz, 3 Monate, dann erzählt er uns er ist Lehrer und wir stehen wohl gerade vor seinem Laden, dann beginnt er von einer Kunstakademie zu erzählen, die nur noch heute offen hat, wir seufzen auf, nettes Gespräch adé. Er führt uns an einem Laden vorbei ein paar dreckige Treppen hoch in einen Raum voller gemalter Bilder auf Seide, mitten im Raum sitzt ein weiterer Tourist, armer Kerl. Nachdem wir uns umgesehen hatten, der uns angesprochen hatte war schon wieder verschwunden und ein Anderer hatte seine Aufgabe übernommen, wünschten wir noch einen schönen Tag und verschwanden, das verdrossene Gesicht des Verkäufers als Abschiedsgeschenk. Wir kamen uns ein wenig vor wie schlaue Füchse, dem so easy entgangen zu sein, pah, Touristenfallen, sowas passiert uns nicht mehr uns mit allen Wassern gewaschenen, mit Löffeln gefressenen Übermenschen aus Allemanje.

Wir gönnen uns noch einen Kaffee in einem Mall Cafe, in welchem wir inzwischen häufiger verkehren, danach geht es ins oberste Geschoss zum Essen, es ist heute ein bisschen leerer, ein bisschen ist gut, es sind vielleicht 10 Tische von knapp 50 besetzt, Ramadan halt. Flo nimmt irgendwas mit Nudeln und ich eine Suppe mit Reis, die mir mit unglaublicher Deutlichkeit den kompletten Mundraum wegbrennen möchte, eine ganze Schote schwimmt zerschnitten darin, ich suche drei Stücke hinaus und esse den Rest, ich werde rot und fange an zu Schwitzen. Als wir fertig sind, gehen wir wieder runter zum Ausgang. Unten ist ein Schnäppchenmarkt und es arbeiten, ich habe gezählt, unglaubliche 20 Mitarbeiterinnen, bzw. sie arbeiten nicht, zwei arbeiten, der Rest steht rum und wartet auf Kundschaft. Das ist mir hier schon häufiger aufgefallen, auch am Bahnhof z.B. stehen oder lungern knapp 10-15 Arbeiter rum und warten auf Arbeit, das Hotel in dem wir sind beschäftigt 3 Sicherheitsleute, 3 Rezeptionisten, 2 im Hotelrestaurant und eine kleine Armada von Reinigungspersonal. Hier setzt man auf Masse, finde ich auch gut so, es ist immer sauber und alle Plàtze stets gut besetzt, egal wann und wie voll es ist.

Per Taxi geht es dann zurück zum Hotel, duschen, später wieder im Foyer Zigaretten rauchen. Später nochmal zu Starbucks einen Iced Kaffee trinken, der Herr an der Kasse erinnert sich an unsere Namen, dabei hat er uns bisher nur einmal gesehen, wir sind nunmal bunte Hunde Als wir den Kaffee kriegen sind wir Mr. Flow und Mr. Danish, klingt wie ein Abenteurerteam aus den 90ern, wir sind zufrieden.

Später rauchen wir immer mal wieder ein paar Zigaretten im Foyer, und dann gehen wir in unsere Zimmer um zu Schlafen.

Heute ist wieder etwas großes geplant, auf zur Prambanan Tempelanlage, aber erstmal Zigaretten im Foyer. Wir fahren auch vorher per Taxi nochmal zum Bahnhof, diesmal haben wir unsere Ausweise dabei und können sie auch kaufen. Danach spazieren wir wieder über die Mailboro Street und trinken in der Mall wieder Kaffee, stabile Punkte braucht der Mensch. Wir fahren per Taxi wieder ins Hotel, duschen, danach rauchen, dann ab zum Tempel.

Dort angemommen zahlen wir den Eintritt, treten ein und beeilen uns, weil es nach Regen ausssieht. Wieder schießen wir zusammen knapp 200 Fotos. Ich betrete jeden Tempel, sieben waren es glaube ich, aber fühle mich nur in einem wohl, witzige Beobachtung.

Da wir recht spät dort waren, war es zum Glück fast leer, es waren vielleicht 60 Menschen auf dem riesigen Platz. Als wir uns auf dem Weg zum Ausgang machen möchten zwei Jugendliche Indonesier/innen noch ein Foto mit uns, gerne doch, kurz posiert, einmal Knips mit ihr einmal Knips mit ihm und dann wünschen wir uns noch was und gehen weiter. Am Ausgang angekommen sind zum Glück fast alle Souvenierstände schon geschlossen. Wir werden nur teilweise angesprochen, haben aber auch keine Lust Holzperlarmketten, Indonesienflaggen, Yogyakartashirts oder Holzflugzeuge zu kaufen, also gehen wir einfach nett und distanziert lächelnd vorbei.

Unser Taxifahrer wartet schon auf uns, wir hatten uns auf einen Preis geeinigt, er wartet, wir zahlen ihm für hin und her ein bisschen mehr. Am Hotel angekommen wieder rauchen, inzwischen zwischendrin auch mal schön husten währenddessen. Wir besuchen noch eine Mall in die andere Richtung der Straße des Hotels. Alles ein ganz normales Kaufhaus, vielleicht schicker als das in der Mailborostreet. Unten gab es dann einen Hypermart, also keinen Supermarkt, sondern einen Hypermarkt und hier stapelten sich tatsächlich alles in unfassbarer Menge bis an die Decke, die Auswahl war gigantisch. Es gab sogar im Tiefkühlfach verschiedene tiefgefrorene frittierte Dinge, Fleisch, Pommes, etc., aber nicht verpackt sondern offen, so dass man portionieren konnte, witzige Idee. Wir kaufen ein paar Kleinigkeiten und kehren wieder ins Hotel zurück, Foyer, rauchen, ihr wisst Bescheid. Am späteren Abend dann ging es ins Bett, die letzte Nacht in diesem Hotel, morgen geht die Reise weiter.

Ich bin endlich wieder aktuell mit dem Blog, wenn ich diesen Absatz beendet habe. Aufgestanden, alle Sachen zusammengepackt, nach unten und ausgecheckt, die Rucksäcke noch dagelassen und zusammen zu Starbucks, dort jeder zwei kalt gemachte Kaffee getrunken, ich war einmal Jack und einmal Dan, dann noch mehr Zeit mit rumlümmeln verplempert und ab zum Bahnhof. Am Bahnhof wurde gebaut, viel Lärm, ein bisschen hin- und herhangeln zwischen den Gerüsten, ein bisschen Rauchen am Raucherbereich, dann kam der Zug, in dem ich hier sitze und diese Zeilen schreibe. Es ist der 16.06.2016, 18:46 indonesischer Zeit, in Deutschland ist es 13:46. In knapp 1,5 Stunden sind wir da, bis dahin schlafe ich jetzt wohl verdient noch ein wenig.

Wenn ich das hier posten kann bin ich im Hotel in Surabaya, morgen geht es per Flugzeug nach Lombock, bis dahin viel Spaß und auf bald,

euer gaukla

PS: nochmal in eigener Sache qürde ich gern wissen, wie es bisher gefällt, etc., es reichen ja wenige Worte um mich in Verzückung zu bringen.
16.6.16 18:53


Sechster Eintrag

Es ist Montag und ich fühle mich endlich wieder bereit, weiterzuschreiben.

Nach der Besichtigung des Hotels und nach dem Duschen trafen wir uns wieder unten im Foyer und rauchten ein bisschen, bevor wir uns erhoben, um die Straßen entlangzuflanieren.

Hier war es deutlich schöner, es waren Bürgersteige vorhanden, die nicht komplett zugestellt waren, zudem gab es ein viele Einkaufsläden und weniger Stände. Wir gingen in ein Einkaufszentrum und aßen an den Essbuden ein sehr leckeres Mahl. wenn es auch immer noch komisch ist, hier Hühnchen zu essen, da es meidt mit Knochen fritiert und dadurch schwer genießbar ist ohne Messer, trotzdem lecker.

Wir laufen zurück zum Hotel. Vorher noch zu Starbucks, Flo möchte einem Freund eine Starbucks Indonesien Tasse mitbringen und ich kaufte mir auch Eine, warum nicht, hat man ne Tasse für zu Hause aus Indonesien, kann man mal machen. Wir bestellten uns gefrorenen Kaffee und jeder ein Stück Kuchen. Als ich meinen Namen nennen musste ich ihn buchstabieren, beim Ausrufen dann klang mein Name anders als bekannt oder erwartet. Ich nahm den Becher und darauf Stand Dinnas, guter Name, seitdem nennt mich Flo manchmal Freiherr Dinnas Gaukbert. Es war schon spät und wir begaben uns zum Hotel rauchen im Foyer noch die ein oder andere Zigarette, unterhalten uns noch mit einem Indonesier aus Bandung und gehen dann fröhlich zu Bett.

Irgendwann um 10:30 Uhr aufgestanden, geduscht, raus und nach unten, Flo wartet schon. Wir geben noch unsere Wäsche zum Waschen ab, die Klamotten werden knapp. Wir beschließen heute zu einem Vogel- und Tiermarkt zu gehen, lassen uns ein Taxi rufen, welches uns dorthin fährt.

Angekommen bricht ein Schwall an Vogelgesang auf uns runter, es ist wieder schweineheiß und feucht, wie jeden Tag. An etlichen Ständen mit Käfigen vorbei, in jedem verschiedene Vögel oder andere Tiere. Es gibt hier Kaninchen, Hasen, Katzen, Hunde, Fledermäuse, Schlangen etlicher Größen, diverse Echsenarten, Komodovarane, Flughörnchen, Mäuse und andere Nagetiere, Fische, Insekten, Schildkröten, und vieles mehr. Oftmals in katastrophal kleinen Käfigen oder zu viele in Einem. Es ist teils schrecklich, das zu sehen, andererseits versucht man zu verstehen, wie das sein kann.

Während wir uns die Tiere so angucken, spricht uns ein älterer Herr an, es beginnt ein Gespräch und prompt führt er uns durch den Markt und erzählt uns, welches Tier welchem Zweck dient. Fledermäuse wirken anscheinend gut gegen diverse Krankheiten, Raben werden zu Hochzeiten freigelassen, das soll Glück bringen, es gibt diverse Vögel für diverse Gelegenheiten, ob Jobsuche, Reise, Hochzeit, Geburten, etc., die man zu diesen Gelegenheiten kauft und freilässt. Andere kauft man als Haustier, Katzen um Farmen vor Ratten zu schützen, Hunde für die Bewachung oder als Schmuckobjekt, wie es bei uns in Europa auch ist. Ivan, wie er sich uns vorstellte, sprach zudem ein paar Worte deutsch, gelernt vom Großvater, der fließend Deutsch konnte, laut seiner Erzählung. Er erklärt uns dies und jenes, führt uns um den ganzen Markt und schlägt vor, mit ihm mitzukommen, um ihn zu Besuchen, er habe eine Kaffeefarm und einen Haufen Katzen. Da wir nichts geplant und den Markt nun gesehen hatten, willigten wir ein. Flo stieg mit auf den Roller von Ivan, ich auf den seines Sohnes und ab ging die Fahrt durch den Verkehr Yogyakartas.

Dort angekommen sehen wir noch weitere Touristen an einem wirklich schönen Ort sitzen, mit Holz verkleidete, offene Räume. Er erzählt uns wie der Kaffee gemacht wird, die Katzen fressen die Kaffeepflanze und scheiden die unverdauten Kaffeebohnen wieder aus, davon habe ich sogar schon gehört, der teuerste Kaffee der Welt. Nach einem langen, wirklich lustigen und netten Gespräch bei unzähligen Kaffees kaufen wir ihm tatsächlich Kaffee ab, schön verpackt und preislich eigentlich auch in Ordnung. Währenddessen bringt uns Ivan auch ein bisschen Indonesisch bei, danke, bitte, lecker, sehr schön, etc. und ermahnt mich gefühlte 10mal, bevor ich mir endlich das Danke merken und anwenden kann, Terima Kasih. Recht zufrieden ein Souvenier zu haben und ein bisschen naiv willigen wir dann noch ein, die örtliche Kunstakademie zu besuchen. Wir steigen wieder auf die Motorroller und die wilde Fahrt gdht wieder los.

Dort angekommen sieht es eher aus wie ein Atelier und ein Verkaufsort, als eine wirkliche Akademie. Es ist allerdings auch kein unschönes Gebäude, ein typisch Asiatisches hölzernes Haus mit Spitzem Dach, es gibt viele Bilder, die überall rumhängen und stehen, auf den Tischen Aschenbecher, mehrere Indonesier lungern auf den Stühlen herum. Ivan weist uns, ein paar Bilder, auf Seide gemalt und aufwendig hergestellt, dazu jedes ein Unikat, nach seiner Aussage, anzugucken und reicht uns gleich die Preisliste. Ich finde mehrere kleine Bilder eines Künstlers die mir gefallen, Ivan stellt sie zur Seite. Er reicht uns Wasser und bietet uns an zu rauchen, das dürfe man in Indonesien überall, wo es nicht verboten ist, ergibt Sinn. Dann verliebe ich mich in ein größeres Bildnis einer Frau in schwarzweiss mit gelbrotem Hintergrund, aus deren Füßen und Armen Äste sprießen, aus dem Ast des einen Arms erwächst eine harte und ausdruckslose Maske, ich muss es haben, ich kann gar nicht anders, sehe es mir seitdem auch täglich an. Dazu kaufe ich noch ein kleineres und liege weitaus über meinem eigentlichen Pensum, aber das schert mich irgendwie wenig. Flo findet auch noch eines für sich, ein größeres farbenfrohes Bild, was mir allerdings nicht zusagt, ich muss immer die Frau angucken, es fesselt mich einfach zu stark und ich gerate ins Schwärmen.

Wir zahlen die Bilder und Ivan schlägt uns noch vor, Kobrablut zu trinken und die dort getötete, entblutete und frittierte Kobra zu essen, aber wir lehnen dankend ab, wir haben bereits zu viel Geld für einen Tag dagelassen und wir wollen duschen, es ist unfassbar heiss und die Luft feucht wie immer. Er empfiehlt uns ein Taxi.

Selbstverständlich lungert Ivan, wenn er so wirklich heißt, auch wenn ich ihm soweit glaube, wahrscheinlich häufiger an Märkten usw. rum und sammelt Touristen ein, er ist wohl ein Verkäufer bzw. Tourifänger für diverse Läden in Yogyakarta und bekommt seinen Anteil. Aber er war unheimlich freundlich, wir haben viel geredet und gelacht, also konnte ich ihm kaum böse sein, dass er uns teilweise schamlos belog. Habe auch gelesen, dass es mehrere solcher Leute hier gibt, allerdings hatten wie anscheinend Glück mit unserem und konnten neben den Verkäufen noch einiges über kulturelle Riten erfahren. Ich weiß nicht, inwieweit ich ihm glauben soll, ob wir wirklich Unikate haben, aber es ist geschehen und ich will ihm nicht allzu böse sein, vor Allem wenn ich nichtmal einschätzen kann, inwieweit er gelogen hat, lassen wir das also, er sagt er glaubt an das Karma und er weiß inwieweit er gelogen hat, soll er tragen, was er verantwortet, für uns ist es nur Geld, und wir haben schöne Dinge mitgenommen.

Im Hotel angekommen erst einmal rauchen, danach duschen und entspannen. Ich sah mir das Bildnis auf Seide nochmal an und war immer noch wie fasziniert von der Schönheit und der Kraft dessen, bin es auch jetzt noch.

Gegen Abend trafen wir uns wieder in der Lobby, rauchten Zigaretten und unterhielten uns. Danach ging es per Taxi zur Shoppingstraße, so will ich sie mal bezeichnen, die Mailboro Street. In einem Einkaufscenter gehen wir etwas essen, ich hatte irgendwas scharfes und Flo nicht. Es ist voll, der Abend ist angebrochen, die Sonne untergegangen und im muslimischen Indonesien dürfen sie jetzt alle Essen, und das tun sie, wir bekommen nur mit Glück einen gerade von Anderen verlassenen Platz zum Sitzen.

Als wir satt und fröhlich waren gingen wir wieder hinaus auf die Straße. "Sir Sir, Mister, Taxi, Taxi?", "No thank you, no, no, no", bis eine kleine Gruppe von vielleicht acht jungen, alle in blau gekleideten, Indonesierinnen auf uns zukommen. "sorryyy can we ask u some questions?", fragt ein Brille tragendes Mädchen, als wir bejahren quietschen sie vergnügt auf, Flo und ich gucken uns leicht entgeistert an, "can we film this", "why not", gekreisch, alles klar. Sie nennen uns ihre Namen und wir unsere, sagen dass wir aus Deutschland kommen, gequietsche, zudem wette ich dass das das Einzige ist, was sich alle gemerkt haben. Sie stellen uns ein paar allgemeine Fragen über Indonesien, bei jeder positiven Antwort quietschen sie vergnügt auf, also bei jeder, sie wechseln sich teilweise bei den Fragen ab und das Mädel mit der Brille war wohl mit Abstand das souveränste, die Anderen drucksten herum, als wären wir ihre Lieblingsstars und sie dürften uns im Fernsehen beim Meet&Greet interviewen, ein seltsames Gefühl. Sie schossen noch mehrere Fotos mit uns, also die gesamte Gruppe positionierte sich um uns, zum Glück nicht alle einzeln.

Nach der letzten Frage dann bedankten sie sich herzlich und wir ließen sie aufgeregt kichernd hinter uns zurück, um nach mehreren Minuten auf einen schüchternen, aber sehr freundlichen Jungen und ein Mädel zu treffen, die auch Fragen an uns hatten. Beide mit Zahnspangen, er sehr schüchtern und ruhig, bestimmt ein cleverer Bursche, sie ziemlich geradeaus und kaum schüchtern, ein Mädel das weiß, was sie will, nüchtern in Betrachtungsweise und Handlungen. Beide waren vielleicht 15-17 jahre alt, konnten auch ein paar Worte deutsch, der Junge kannte das Wort "Regenbogen", was wir irgendwie ziemlich niedlich fanden. Sie hatten einen Fragebogen, den wir fix ausfüllten, ziemlich psychologische Fragen, die auf Rücksicht in der Kommunikation abzielten, höchstwahrscheinlich führten sie eine Statistik als Aufgabe. Hatten wir auch dies erledigt wollten sie noch ein Foto, auf dem wir den Bogen hochhalten sollten, easy kurz mit dem Blatt Papier portraitfähig posiert, und dann konnten wir schon weiter.

Den Heimweg liefen wir, knappe 4 km, kurz noch Im Foyer rauchen und ab in die Zimmer, schlafen, es war ein abenteuerreicher Tag.

Jetzt bin ich erst Dienstag Abend fertig geworden, inzwischen schon wieder so viel erlebt, ich hinke echt hinterher, ich geb mir morgen mal mehr Mühe, das nachzuholen, was fehlt.Achso, würd mich echt freuen Feedback zu lesen :DEuer Mr. Danish
14.6.16 17:38


Fünter Eintrag

Freitag, 10:10 Ortszeit, in Deutschland liegen gerade alle im Bett und schlafen, die Meisten jedenfalls, ich trinke Kaffee und frisch gepressten Wassermelonensaft, die Sonne scheint manchmal durch die dichte Wolkendecke, die mir nebenbei ein paar Wassertropfen hinunterwirft und mir als Metapher für das hier erlebte durchaus dienen kann. Ein bisschen Regen, ein bisschen Sonnenschein, eine wunderschöne Landschaft und leckere Getränke, dazu Zigaretten.

Am gestrigen Tag wachte ich in der Nacht auf, die Berge durchschallend erklangen muslimische Gebete über Lautsprecher, dazu in ferner Nähe Trommeln, ein anhaltender Rhythmus, der mit dem Gesang der Suren zu einer Musik des Glaubens verschmolz, mal hektischer, mal ruhiger wurde und sich beides ergänzend wie ein Klangteppich auf die Berge und das Tal legte, den Himmel als Ziel. Nach knapp einer Stunde war es dann vorbei und ich legte mich wieder zur Ruhe und schlief genügsam ein.

Um 10 Uhr ca wachte ich dann auf. Geduscht, angezogen und raus. Flo saß schon mit Kaffee und Wassermelonensaft auf der Terrasse des Hotels, ich setzte mich dazu, bestellte mir Honigmelonensaft und Kaffee und zündete mir eine Zigarette an. Wir besprachen den Tag, auf zur Teeplantage und in den Botanischen Garten, nach knapp zwei Stunden etlicher Säfte und Kippen standen wir dann auch schon auf.

Den langwierigen Aufwärtsweg wieder bezwungen hieß es nun, eins von den gelben Großraumtaxen anzuhalten, dies gelang uns recht schnell und nach viel richtungsweisendem Zeigen und Verständigungsversuchen wusste er dann auch wohin es gehen sollte. Eine alte Frau und ein Kind saßen auch noch mit im Taxi, aber stiegen dann an verschiedenen Stationen vor uns wieder aus.

An einer Kurve ließ er uns dann aussteigen und deutete den Weg. Die gelben Vantaxen hatten an der Stelle wohl ihr Gebietsende, jedenfalls sahen wir mehrere Leere herumstehen. Wir gingen also vorbei an kleineren Ständen. einer Motorrollerwerkstatt und waren am Eingang wohl vorbeigelaufen, die Karte zeigte das so an. Wir gingen zurck und tatsächlich, zwischen zwei Hütten versteckf fanden wir den Trampelpfad nach oben, die Teeplantage selbst war seit Jahren wohl nicht mehr in Betrieb, am Eingang hing zwar ein relativ frisches Schild mit Eintrittspreisen, aber niemand saß in der kleinen Holzhütte, also einfach vorbei und hoch.

Ein matschiger Weg mit Stöckern als Treppe aufgebahrt wurde unserer, wir stapften also hoch und höher und höher den Berg hinauf und es begann zu Regnen. Erst ein paar Tropfen, dann schon ein paar mehr und bald waren wir nass auf der Erhöhung des Berges. Wir kehrten recht schnell um, rutschten nach ein paar Fotos den Hang wieder hinab, verloren das ein oder andere Mal den Halt, fielen jedoch zum Glück nicht.

Unten angekommen stellten wir uns unter eine der leeren Holzbuden und warteten den Regen ab, währenddessen suchten wir auf der Straße ein Taxo, abdr keines wollte uns für unter 100.000 mitnehmen, ein wirklich überzogener Preis bedenkt man, dass der Hinweg 10.000 gekostet hatte.

Irgendwann dann verzog sich der Regen zu einem Nieseln und wir gingen ein paar Meter, um uns von einem gelben Taxivan zur Y Gabelung zurückbringen zu lassen, so durchnässt hatte es wenig Sinn weiterzuziehen. 10.000 Rupia bezahlt und ausgestiegen, dlnoch ein paar Fotos geschossen. den Hang wieder hinunter und ab ins Hotel unter die Dusche. Ich schrieb noch ein wenig am Blog, dann trafen eir uns unten im Hotelrestaurant an der Terrasse, wie schon am Morgen.

Wir tranken jeder noch ein paar Säfte, suchten Verbindungen für den morgigen Tag raus und redeten Blödsinn zur Belustigung. Zug fährt nicht, Taxis gibt es keine, Fahrerservice gab es keinen, nun gut, wie kommen wir hier weg? Wir überlegten, es eventuell uns mit den Vantaxen von Ort zu Ort zu hangeln, ein Abenteuer sicherlich. aber mit den großen Rucksäcken? Nein danke.

Als wir aus dem Center draußen waren, erfasste uns wieder das volle Verkehrschaos, wir gingen noch einen kleinen Schlenker, an Ständen und Armut vorbei, über kaputten Gehwege, uns gefiel es hier immer weniger. Im Hotel angekommen war es gerade mal 18 Uhr, keine Zeit um ins Bett zu gehen und ins Hotelzimmer wollte ich nicht, Flo vorerst schon. So saß ich da, recht geknickt, diese Armut und der nicht enden wollende Verkehr kann einen fertig machen, und das tat es in gewisser Weise.

Ich setzte mich in die gekühlte Lobby, schrieb ein bisschen in diesen Zeilen hier, seufzte auf.

Flo kam nach einiger Zeit wieder runter und ich wollte noch irgend etwas schönes hier erleben, zudem etwas Essen. Am Ende der Straße war ein Restaurant. Beim Betreten schon stieß es mich ab, es stank nach oft benutztem Klo ohne Spülung, die Fliesen auf dem Boden dreckig, die Tische klebrig. Aber wir hatten es betreten und ich wollte nicht unhöflich sein. Die erste Bestellung, die ich machte, hatten sie nicht. Flo's auch nicht und so griffen wir auf andere Speisen zurück. Flo hatte ein Wasser bestellt, was ich ausversehen bekam, ich einen Zitronentee. Man stellte mir ein schäumig, milchiges Getränk vor die Nase, Flo's Wasser, ich trank einen kleinen Schluck, Flo miemt seitdem häufiger mal meinen Gesichtsausdruck nach. Waschwasser, eindeutig, keinen Schluck mehr, ich wollte hier raus, wollte hier nicht essen, nur raus, eine Panik ergriff mit eiskalten Klauen mein Inneres. Ich tat, was ich noch nie getan hatte und was mir heute noch unangenehm ist. Ich stand auf, bevor das Essen kam, ich zahlte, winkte Flo zu mir und wir verließen das Restaurant, ohne dass ich mein Essen auch nur gesehen hatte. Noch jetzt ist mir das peinlich und meine Unhöflichkeit schockiert mich stark, aber auch jetzt noch bin ich der Meinung, in meinem Interesse richtig gehandelt zu haben.

Genug Abenteuer für heute, haben ja noch was erlebt, witzelte Er, aber ich hatte genug, genug von den ärmlichen Verhältnissen hier, genug von dem Verkehr, dem Gestank, der anhaltenden Ungewissheit und genug von Indonesien.

Mehrere Zigaretten und einem alleinigen Rumsitzen vor dem Hotel später ging ich zu Flo in die Lobby. Auch er hatte es sich anders vorgestellt, auch ihm gefiel es hier kein Bisschen und so beschlossen wir, morgen schon weiterzureisen, Hotelnacht bezahlt hin oder her, den Urlaub wollten wir uns nicht versauen lassen. Er buchte für die nächste Nacht im gleichen Hotel, in dem ich jetzt sitze zwei Zimmer, suchte den Zug für morgen raus und es war beschlossen. Wir wollten sofort die Zugtickets kaufen und entschlossen, zum Bahnhof zu gehen, der nur wenige Laufminuten entfernt war. Auf dem Weg dahin riefen uns jugendliche Indonesier zu sich, allesamt aus Bandung, also aus der Stadt in der wir hier waren, und wir setzten uns zu ihnen. Wir redeten so viel, wie ihr Englisch zuließ, was sich auf Name, Hotel und Herkunft beschränkte, zur Sicherheit in doppelter Ausführung. Nach nicht allzu langem Schweigen und anlächeln standen wir auf und gingen weiter unserer Wege.

Am Bahnhof angekommen die Ernüchterung, dass wir die Tickets doch morgen kaufen sollten, die Automaten verlangten Informationen, mit denen wir nicht viel anfangen konnten, also ab ins Hotel, nochmal ein paar Kippen, dann ab ins Bett und diesen Tag hoffentlich nicht nochmal durchleben müssen, morgen geht es nach Yokyakarta mit freudiger Erwartung, besseres zu Erleben. Verzeiht, wenn die Blogeinträge sich manchmal hinziehen, grammatikalisch zeitlich ein wenig wirr sind und sich in Schreibstil uneinig sind. Ich schreibe, wenn ich die Zeit finde und Lust habe. Socirl dazu, wollte ich mal loswerden.

6:20, ich stehe auf, stelle den Wecker auf 10 Minuten später, stehe aber doch 6 Minuten danach auf, ich will hier weg. Duschen möchte ich nicht, danach klebt meine Haut mehr als vorher. Also den Hotelinstantkaffee aufgekocht, einen Schluck getrunken, abgestellt, aufgestanden, angezogen, Sachen hatte ich schon am Vorabend gepackt, und ab nach unten.

Nach einer Zigarette kam auch Flo an und wir gingen los, die Straßen waren schon wieder voll. Zum Bahnhof, Ticket gekauft, Getränke gekauft, hingesetzt und Zeit verfliegen lassen, der Zug fuhr in einer halben Stunde ab. Wir entschieden uns, schonmal vorzugehen, ein Bahnmitarbeiter brachte uns direkt zu unserem Abteil, selbstverständlich wollte er Trinkgeld, und er bekam es von mir, inzwischen kennt man die Gepflogenheiten.

Im Zug war es angenehm, die Plätze hatten wunderbare Beinfreiheit und waren bequem, wenn auch von der Breite her für uns zwei Dicke nicht unbedingt geeignet. Zum Glück war vor uns der Platz frei, und als die Sonne nicht mehr permanent auf die Seite knallte, gesellte ich mich nach vorne, machte mich breit und es mir bequem, hörte Musik über Kopfhörer und schaute aus dem Fenster.

Es ging vorbei an faszinierenden Bergen und Tälern, kleinen ärmlichen Dörfern aus der üblichen Wellblech/Holz-Konstruktion, vereinzelt kleine mit Bambus umrandete Fußballplätze und eine Menge winkender oder spielender Kinder, zwischen herumhängender Wäsche an jeglichen Positionen vor, auf oder neben den Hütten. Ich schlief ein.

Als ich wieder aufwachte, hatte sich die Landschaft verändert, weites flaches Land, die Berge fern in den Hintergrund gerückt und nurnoch eine weit entfernte Wand, nicht mehr nah und gigantisch. Auf dem Land Reisfelder, ewig weite Reisfelder, darauf immer wieder Bauern in Leinentracht und diesen spitzen, runden Hüten, wie man sie aus dem Klischeebild kennt. Dazwischen immer wieder Dschungel und darin liegenden nun Dörfer mit richtigen Häusern und kleinen Straßen, mitten in hohen und dichten Bäumen. Wieder eine Unzahl spielender und winkender Kinder, Flo erzählte mir, er hatte häufiger beobachtet, wie sie mit den Eltern in der Nähe der Gleise stehend, wie wartend, auf ihn zeigten jmund heftig begannen zu winken, als wollten sie die Lebensfreude doppelt und dreifach aufzeigen, die wir in den Städten vermissten. Ich schlief zwischendrin immer wieder ein und muss auch gestehen mich irgendwann nicht mehr auf die Landschaft konzentriert zu haben, sondern, in meinem Sumpf aus Musik und Müdigkeit, zwischen dem Grün der Landschaft, Charlie und die Schokoladenfabrik mit indonesischen Untertiteln, der auf einem Fernseher im Zug lief, und dem schwarz meiner Augen, versunken zu sein. Zudem litt ich etwas an Durchfall, nun doch, nachdem es mir so lang erspart gewesen blieb, die Toilette im Zug war eine Stehtoilette, es war spannend, sie in einem sich bewegenden Objekt zu benutzen, aber das sollte an Information reichen, bis vielleicht auf, es ging nichts daneben.

Irgendwann kamen wir dann auch an, 15:50 glaube ich. Ich stand gespannt schon fünf Minuten bevor der Zug hielt auf und kramte unsere Rucksäcke aus dem sich über uns befindlichen Ablageplatz. Aus dem Zug gestiegen, von der warmen, nassen Luft in Empfang genommen, trotten wir unseres Weges. Viele viele Einheimische saßen auf ihren Transportmöglichkeiten. ich habe vergessen wie man sie nennt, hinten ein Fahrrad und vorne ein Zweisitzer. Wir wurden gefühlte 50mal angesprochen, ob wir ein Taxi benötigten, bis ich mich nichtmal traute, irgendwohin als auf den Boden zu gucken, nur um nicht angesprochen zu werden, das gleiche Phänomen wie auf der Reeperbahn, kam es mir irgendwie in den Sinn und es passt auch irgendwie, wenn auch komplett andere Dienste angeboten wurden.

Wir liefen eine ganze Strecke, bis ich endlich in ein Taxi wollte, und so fuhren wir für einen lächerlichen Euro die kurze Strecke bis dorthin. Das Hotel dieses mal ist klasse, zwar übertrifft nichts für mich das in den Bergen, allerdings ist es sauber, hat ein richtiges Bad und stinkt nicht unfassbar. Hatte ich die tote Kakerlake auf der Treppe des letzten Hotels erwähnt? Nein? Na gut, dann wisst ihr es jetzt.

Hier mach ich dann erstmal Pause, es ist kurz vor Mitternacht und ich sitze in der Hotellobby, habe mich noch mit einem Indonesier unterhalten und werde nun wohl ins Hotelzimmer gehen, noch ein paar Youtubevideos gucken und mich zur Nachtruhe legen.Auf bald, euer Dinnas Gaukbert
11.6.16 18:25


Vierter Eintrag

12:10, Donnerstag, liege auf meinem Hotelbett, höre Musik und habe noch ein wenig Zeit, darum hier der gestrige Tag:

Um 8:20 wachte ich auf, den Wecker auf 8:30 gestellt. Gutes inneres Timing trotz Zeitumstellungen. Die Sonne ist einfach die beste Uhr. Nochmal geduscht, den Instantkaffee im Hotelzimmer halb ausgetrunken, dann weggeschüttet, dann Sachen zusammrngepackt und los konnte es gehen. Um 9 Uhr wollten wir uns im Foyer treffen, ich war ein paar Minuten zu früh und kaufte für uns im "Spätshop" nochmal zwei kalte Kaffee. Draußen war es unfassbar heiß und ich rauchte nur kurz, um mich im Foyer wieder abkühlen zu können, gedacht, getan und nun saß ich da und wartete. 9:20, hat Flo verpennt? Ich schreibe ihm eine Nachricht, keine Antwort, ich fahre nochmal mit dem Fahrstuhl hoch und klopfe, ja hat er. 20 Minuten später tappst er aus dem Fahrstuhl und wir können los.

Bogor war das Ziel, wir hatten noch eine knappe Stunde bis der Zug kam und die Station war nicht weit, 15 Minuten zu Fuß, soviel zur Schätzung. Wir liefen also los, die schweren Rucksäcke und die Hitze, eine wunderbare Mischung. Wir laufen an kleinen Ständen, Baustellen, herumlungernden oder arbeitenden Indonesien vorbei. "Hey Mister", "Sir, Sir" usw. wird uns nachgerufen, zusammen mit Fragrn nach unserem Empfinden. Wir laufen eine große Straße entlang, direkt auf der Straße, also an der Seite natürlich. Die ein oder andere Straßenüberquerung müssen wir uns erkämpfen, aber zum Glück ist man Stadtkind und kann sowas recht einfach bewerkstelligen. Ich mag es hier durchaus, die vielen Menschen, der chaotische Verkehr, das erkàmpfen des Platzes, herrlich. Nach knapp einer Viertelstunde und viel schon ausgeschwitztem Wasser stellt Flo fest, dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind. Okay, dann halt Taxi. Nach einer Minute finden wir eins und steigen ein, da ich auf der Fahrerseite einsteige habe ich Probleme, die Tür zu öfnnen, der Verkehr ist zu dicht. Der Fahrer macht es sich einfach, wedelt mit der Hand die ankommenden Mofas zur Seite und öffnrt sie mir problemlos, gewusst wie.

Im Taxi dann kann ich den Verkehr genauer analysieren. Mir scheint er so erklärbar zu sein: Gelegenheiten zum überholen werden sofort genutzt, wo Platz ist wird er ausgenutzt und wenn zwei sich uneinig werden siegt derjenige, der den Platz als seinigrn wahrnimmt. Chaotisch, aber es hat trotzdessen System. Wer überholt, überholt wird oder ungünstig abgebremst wird, hupt. Gehupt wird generell immer, bei jeglicher nicht normaler Situation, und davon ergeben sich reichlich! Am Bahnhof angrkommen fährt ein Zug ab, es ist Punkt 11 Uhr, verpasst, shit.

Wir fragen am Bahnhof nach und lassen uns zu einer Limousinenfahrt nach Bogor bzw. direkt zum Hotel überreden. Der Bahnhofsmitarbeiter nennt den Preis (500.000 Rupia, ein bisschen mehr als 30€) und streicht sich selbst für die Vermittlung (5 Minuten Arbeit) 100.000 ein. Als wir in der Limousine, ein größerer Toyota, sitzen, will er noch Trinkgeld ich gebe ihm 10.000, aber er will mehr und greift nach Flos Geldbörse, der zieht sie allerdings zurück, frecher Kerl. In der Limo dann aber fährt der freundliche Fahrer los, aber er muss noch tanken, selbstverständlich sollen wir das zahlen, 300.000. Wir fühlen uns ein wenig verarscht, aber was soll man machen, man wird als Tourist von manchen halt anscheinend für einen laufenden Bankautomaten angesehen.

Wir fahren über die Autobahn aus Jakarta Richtung Bogor und können im Auto sogar rauchen. Der Fahrer raucht zur Sicherheit gleich zwei Zigaretten hintereinander, sicher ist sicher. Zwischendrin hupt er auch immer wieder ohne ersichtlichen Grund. Vielleicht fehlt ihm ja schon die Stadt.

Von der Autobahn runter auf hügeliges Gebiet, neben uns erstrecken sich hohe Berge und ich freue mich. Durch kleine Dörfer und größere, sie nennen es, Stàdte, eine nur größere Ansammlung unfassbarer Zustände. Müll liegt verstreut herum, überall lungern die Menschen oder hämmern an ihren Ständen, Stände überall, überall Werbeschilder darüber. Teilweise über 10 nebeneinander liegenden Ständen die Gleiche. Vereinzelt schöne Häuser dazwischen, aber hauptsächlich ist es ärmlich und dreckig, so ist das hier wohl, nicht dass ich das so negativ bewerte, wie es klingt, es ist nunmal so. Zwischen dem ganzen riesige schöne Hotels, darum Metallzäune mit Spitzen darauf, schon verwerflicher.

Irgendwann sehen wir dann das Schild zu unserem Hotel, der Fahrer nicht und er fähft vorbei. Wir weisen ihn darauf hin und nach mehreren Minuten konnten wir uns dann tatsächlich darauf einigen, dass er umdreht. Es geht stark bergab und sein Gemüt ändert sich schnell zu einer Art freundlichen Grimmigkeit, hätte er uns mal oben rausgelassen wie wir es vorschlugen. Der Weg wird immer unebener, wir wackeln so vor uns hin. Wenige Minuten später dann bleibt er vor dem Hotel stehen, bzw. vor der Auffahrt. Ich gebe ihm seine 400.000 und leg ihm nochmal 50.000 drauf für seine Mühen. Letztendlich hat er seinen Job gut ausgeführt und uns auch nur einmal verarscht mit dem Tanken, kann man ja mal machrn mit Touristen, ich verzeihe ihm in jedem Fall, wenn ich auch noch daran denke, dass er die 1 1/2 Stunden wieder allein zurückfährt.

Die doch recht steile und lange Auffahrt des Hotels hochgelaufen, stehen wir nun an einem schicken und nach allen Richtungen offenen Gebäude, umzingelt.von vielen schönen Pflanzen.

Am Empfang steht ein brilletragender Indonesier, der eher aussieht wie ein Koreaner. Er begrüßt uns sehr freundlich und schnell bemerken wir drei dass ein Fehler bei der Buchung entstand. Er entschuldigt sich mehrmals bei uns und versucht sein Bestes, das Problem zu lösen und nach knapp 15 Minuten, ich bestelle zwischendrin Kaffee bei einer sehr netten Dame, ist alles geklärt und wir können, nach dem so lala schmeckenden Heissgetränk, in unsere Zimmer.

Ich trete ein und der Ausblick vom Balkon haut mich fast um, Berge im Hintergrund, davor mehrere Hàuschen, aus einem qualmt es, dazwischen unzählige und fast ausschließlich grüne Vegetation. Ich drehe mich fast im Kreis vor Freude.

Nach dem Duschen, Auspacken, Umziehen, koche ich mir Wasser mit dem im Hotelzimmer integrierten Wasserkocher auf und mache mir einen bereitliegenden schwarzen Tee, setze mich auf den Balkon. rauche, trinke und ruhe mich aus.

Nach ungefähr einer Stunde treffe ich mich unten mit Flo auf eine oder zwei oder drei Kippen, ich klopfe ihm aufgrund der Hotelwahl auf die Schulter, well done. Da wir nicht den ganzen Tag vor dem Hotel rumlungern wollen, machen wir uns auf, den Hang wieder hoch, um kurz in das Städchen zu gehen, wir hatten noch nichts gegessen. Auf der Kreuzung oben angekommen, ziemlich aus der Puste, sehr steil, recht lsng, kurzum beschwerlich.

Um uns herum ein paar uns seltsam anguckende Indonesier, ich grhe kurz in einen kleinen Laden und will Wasser kaufen. Dort realisiere ich dann etwas, was mich doch ins stocken bringt. Ich betrete einen kleinen Raum mit Bänken, rechts neben mir eine Wand mit Plexiglasscheibe, dahinter sehe ich eine alte Frau im Bett liegen und fernsehen. Sie steht langsam auf, ich zeige lächelnd auf die Wasserflasche, hebe nebenbei zwei Finger und sie nickt und sagt wohl "zwei Wasser", ich verstehe sie leider nicht, sprachliche Barrieren. Sie reicht sie mir und ich reiche ihr das Geld, sie gibt mir das Rückgeld, ich nicke lächelnd und winke zum Abschied. Sollte es tatsàchlich so sein, dass diese Menschen hier in den Ständen wohnen? Das eben erlegte zeigte mir nämlich genau das auf und verwusch mir ein wenig die Sinne. Ich setzte mich neben Flo, gab ihm eine der Flaschen. Aus einem vorbeifahrenden LKW brüllte uns jemand mit "White Trash" an.

Hinzukommende dauernde Blicke der Einwohner, immer wieder hielten sie in der Nähe mit ihren Mofas an und betrachteten uns aufmerksam und argwöhnisch. Mir wurde ein wenig schwummrig, ich war hier ein Fremder, komplett einsichtig für jeden, ein Ausländer, eventuell sogar White Trash mit dem Bruttogehalt dreier Monate eines Durchschnittsbürgers in der Tasche. Ich wollte kein Fremder sein, niemand den man voller argwohn betrachtet. ich möchte gemocht werden, möchte in der Masse untertauchen können, ich sagte das Flo. Man gewöhne sich daran, sagte er, ich bin gerade vor diesem Prozess, habe mich nicht dran gewöhnt, dass man uns mit großen Augen anblickt, rüberschielt wie zu einem potenziellen Verbrecher.

Nach kurzen Augenblicken eigener Ohnmacht meinte Flo nur, dass wir bald ein Taxi bräuchten. wir können uns ja nicht den ganzen Tag an der "Kreuzung", es war kein Kreuz, eher ein Y als ein X, aufhalten und ich stimmte ihm zu, konnte aber nicht aufspringen, sobald eins kam, das solle er erledigen. Mehrere Minuten verstrichen, bis einer der Mofafahrer auf und zukam. Er wies auf den Rücksitz des Mofas, deutete in die Richtung, in die wir wollten. Flo sah mich mit großen, leicht verängstigten Augen an. Ich nickte nur, rausgerissen aus meinem inneren Zerwürfnis aus kontraproduktiven Gedanken.

Flo stieg auf die Maschine eines Anderen, ich auf die desjenigen, der uns gefragt hatte. "Ich hatte Angst" ist eine ziemlich untertriebene Gefühlsanalyse meines Zustandes zu der Zeit. Flo bekam einen Helm, ich nicht, aber das scherte mich nicht sonderlich. Okay? Okay! Und ab ging es, ich hielt mich an meinem Fahrer fest, was er ziemlich lustig fand. In einem Wahnsinnstempo ging es Berg auf, Berg ab, an einem LKW vorbei, an Autos und Taxis vorbei, jedes mal so knapp dass ich sie mit den Ellenbogen hätte berühren können, hätte ich sie nur knapp aisgestreckt. Kennt ihr das Gefühl der Achterbahn? So ungefähr fühlte es sich an, nur ohne Sicherheitsvorkehrungen und gefedert. Ich musste mich stark zusammenreissen vor Enthusiasmus nicht gleich loszubrüllen, wie ich es in einer Achterbahn getan hätte. Es war großartig und ich möchte auf dieser Reise unbedingt nochmal mitfahren. Ich fühlte mich zudem sicher, obwohl das einzige was mir Halt gab die Stiegen für die Füße und die Hüfte des Indonesiers war. Ich vertraute ihm, schließlich macht der das jeden Tag ein dutzend mal.

Nach kurzer, sehr spaßiger Zeit. kamen wir im Städtchen an. Zu Anfang verlangten die beiden 5000 von jedem, dann lehnten sie es ab, um dann 20.000 zu verlangen, kann man mal machen und Wert war es das auf jeden Fall.

Im Städtchen dann liefen wir wieder am Straßenrand, es gab keinen Bürgersteig, kein Wunder dass hier selbst die Kinder Roller fahren. Unser Ziel war es eigentlich etwas zu Essen und Einkaufen zu gehen, nur leider ist gerade Ramadan. Die Essensstände öffnen erst ab 18 Uhr, die einzig offenen Läden waren Fashion Outlets und Rollerläden/werkstätten, sowie Supermärkte. In einen von diesen gingen wir, viele fremde Produkte, auf engem Raum zusammengepfercht, aber voll. Wir kauften zwei Flaschen Wasser, zwei Dosen Limo und Zigaretten, ich ausversehen Nelkenzigaretten, von denen ich bisher nur zwei geraucht habe, sowas sollte niemand rauchen. Beim die Straße überqueren winkte mir ein älterer dicker Indonesier zu, er gab mir herzlich die Hand und begrüßte mich überschwänglich. Er redete auf mich ein, ich verstand nur Bahnhof und irgendeinen Fußballverein, der mir inzwischen aber auch nicht mehr einfallen will. Er nannte dann immer wieder einen Namen in Zusammenhang mit Fußball, während er die Hand fester drückte und die seine andere Hand noch mit darauflegte, er hielt mich anscheinend für eben jenen mir unbekannten Fußballer, sowas ist mir auch noch nie passiert. Fo kam dazu und auch er wurde begrüßt, wenn auch weniger euphorisch, dafür fasste der Mann ihm lachend auf den Bauch, wir lachten aus Verlegenheit und Freundlichkeit mit.Da das Gespräch, so nenne ich es mal, zum Erliegen kam und wir, von ihm und seinen uns misstrauisch beäugenden Jugendlichen, die hinter ihm im Stand standen, keine Zuckerrüben oder Kartoffeln o.Ä. kaufen wollten, kehrten wir ihm winkend und lächelnd den Rücken und zogen unserer Wege. Ob er seinen Freunden wohl berichtet dass heute FußballerXY persönlich bei ihm war? Ob sie ihm wohl glauben werden?

Am Ende des Städtchens angekommen und relativ ratlos, und eigentlich weder zufriedengestellt, noch wirklich begierig auf noch eine Tour durch das Städtchen, suchten wir uns eine Mitfahrgelegenheit für zurück. Hier in der Gegend gibt es Sammeltaxen, diese fahren von A nach B und von B wieder zu A und sammeln allerlei Leute auf, die mitfahren wollen. In so eines sprangen wir, nachdem wir es heranwinkten, und es endlich ein relativ leeres war, alle anderen waren voll mit anscheinend Schulkindern auf dem Weg nach Hause.

Der gelbfarbene, an einer Seiten offene und mit kleinen Polsterbänken bestückte, Kleinvan tuckerte über die Straße, darin noch zwei weitere Passagiere neben den Akteuren dieses Blogs, ein Mädchen mit Kopftuch und Brille und ein älterer Herr in Jacke(!). Der Fahrer ließ zwischendrin das Mädchen raus und erkundigte sich bei drei herumlungernden alten Herren auf einer Bank gleich nochmal nach dem Ziel, welches wir ihm genannt hatten. Immer da lang! war die Antwort, die wir ihm auch hätten geben können, würden wir uns sprachlich nicht so ungleich sein. Wir erreichten die Y Gabelung nach wenigen Minuten, stiegen aus, bedankten uns, zahlten 10.000 pro Person und waren wieder da, wo wir starteten. und auch die zwei die uns gefahren hatten saßen wieder da. Wir winkten, lächelten und verbeugten uns knapp und gingrn Richtung Hotel. Am Straßenrand war ein kleines Mädchen und hüpfte vergnügt, wir hatten es vorher schon gesehen und angelächelt. Vor Freude hüpfte ich sie anlächelnd auch und sie begann zu lachen. Sie rief nun immer etwas und hüpfte dazu und ich tat es ihr gleich, was sie wieder zum Lachen brachte. Zirka sieben Hüpfer und 150 Meter writrr hörte man sie uns immer noch das Wort nachrufend, aber wir waren inzwischen außer Sichtweite und ich brauchte nicht mehr zu hüpfen.

Mit Kindern hier ist es lustig. Erst gucken sie erstaunt in die unbrkannten Gesichter, aber wenn man lächelt, merken sie dass auch dieses Unbekannte lächeln und freundlichkeit versprühen kann, und lächeln oder lachen meist zurück. Bei den Erwachsenen ist es ähnlich, nur halten sie sich oft verschlossener und lächeln meist eher höflich, als freudig. Es gibt selbstverständlich Ausnahmen in beide Richtungen. Ich erinnere mich an einen alten Herren, der auf einem Roller an uns vorbeifuhr und aus tiefster Herzensgüte lächelte, schöne Momente. Mein Knäuel im Kopf über das Fremdsein war und ist vorerst vorrüber.

Im Hotel angekommen erstmal duschen und entspannen, danach essen. Es gab wirklich fantastische kleine Würstchen mit Reis, darauf Spiegelei. Als Nachtisch gebackene Banane mit Schokolade und Käse, klingt komisch und schmeckt auch so, aber ist lecker. Die Banane und die Schokolade wollen den Mund mit Süßem versorgen. aber der Käse arbeitet dagegen.

Nach ein paar weiteren Zigaretten ging es dann ab ins Bett, ich tippte noch ein bisschen am Blog und legte mich auch zur Ruhe.

Mehr zum heutigen Tag dann morgen, auf bald meine Freunde,

euer gaukla.
9.6.16 19:32


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