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Vierter Eintrag

12:10, Donnerstag, liege auf meinem Hotelbett, höre Musik und habe noch ein wenig Zeit, darum hier der gestrige Tag:

Um 8:20 wachte ich auf, den Wecker auf 8:30 gestellt. Gutes inneres Timing trotz Zeitumstellungen. Die Sonne ist einfach die beste Uhr. Nochmal geduscht, den Instantkaffee im Hotelzimmer halb ausgetrunken, dann weggeschüttet, dann Sachen zusammrngepackt und los konnte es gehen. Um 9 Uhr wollten wir uns im Foyer treffen, ich war ein paar Minuten zu früh und kaufte für uns im "Spätshop" nochmal zwei kalte Kaffee. Draußen war es unfassbar heiß und ich rauchte nur kurz, um mich im Foyer wieder abkühlen zu können, gedacht, getan und nun saß ich da und wartete. 9:20, hat Flo verpennt? Ich schreibe ihm eine Nachricht, keine Antwort, ich fahre nochmal mit dem Fahrstuhl hoch und klopfe, ja hat er. 20 Minuten später tappst er aus dem Fahrstuhl und wir können los.

Bogor war das Ziel, wir hatten noch eine knappe Stunde bis der Zug kam und die Station war nicht weit, 15 Minuten zu Fuß, soviel zur Schätzung. Wir liefen also los, die schweren Rucksäcke und die Hitze, eine wunderbare Mischung. Wir laufen an kleinen Ständen, Baustellen, herumlungernden oder arbeitenden Indonesien vorbei. "Hey Mister", "Sir, Sir" usw. wird uns nachgerufen, zusammen mit Fragrn nach unserem Empfinden. Wir laufen eine große Straße entlang, direkt auf der Straße, also an der Seite natürlich. Die ein oder andere Straßenüberquerung müssen wir uns erkämpfen, aber zum Glück ist man Stadtkind und kann sowas recht einfach bewerkstelligen. Ich mag es hier durchaus, die vielen Menschen, der chaotische Verkehr, das erkàmpfen des Platzes, herrlich. Nach knapp einer Viertelstunde und viel schon ausgeschwitztem Wasser stellt Flo fest, dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind. Okay, dann halt Taxi. Nach einer Minute finden wir eins und steigen ein, da ich auf der Fahrerseite einsteige habe ich Probleme, die Tür zu öfnnen, der Verkehr ist zu dicht. Der Fahrer macht es sich einfach, wedelt mit der Hand die ankommenden Mofas zur Seite und öffnrt sie mir problemlos, gewusst wie.

Im Taxi dann kann ich den Verkehr genauer analysieren. Mir scheint er so erklärbar zu sein: Gelegenheiten zum überholen werden sofort genutzt, wo Platz ist wird er ausgenutzt und wenn zwei sich uneinig werden siegt derjenige, der den Platz als seinigrn wahrnimmt. Chaotisch, aber es hat trotzdessen System. Wer überholt, überholt wird oder ungünstig abgebremst wird, hupt. Gehupt wird generell immer, bei jeglicher nicht normaler Situation, und davon ergeben sich reichlich! Am Bahnhof angrkommen fährt ein Zug ab, es ist Punkt 11 Uhr, verpasst, shit.

Wir fragen am Bahnhof nach und lassen uns zu einer Limousinenfahrt nach Bogor bzw. direkt zum Hotel überreden. Der Bahnhofsmitarbeiter nennt den Preis (500.000 Rupia, ein bisschen mehr als 30€) und streicht sich selbst für die Vermittlung (5 Minuten Arbeit) 100.000 ein. Als wir in der Limousine, ein größerer Toyota, sitzen, will er noch Trinkgeld ich gebe ihm 10.000, aber er will mehr und greift nach Flos Geldbörse, der zieht sie allerdings zurück, frecher Kerl. In der Limo dann aber fährt der freundliche Fahrer los, aber er muss noch tanken, selbstverständlich sollen wir das zahlen, 300.000. Wir fühlen uns ein wenig verarscht, aber was soll man machen, man wird als Tourist von manchen halt anscheinend für einen laufenden Bankautomaten angesehen.

Wir fahren über die Autobahn aus Jakarta Richtung Bogor und können im Auto sogar rauchen. Der Fahrer raucht zur Sicherheit gleich zwei Zigaretten hintereinander, sicher ist sicher. Zwischendrin hupt er auch immer wieder ohne ersichtlichen Grund. Vielleicht fehlt ihm ja schon die Stadt.

Von der Autobahn runter auf hügeliges Gebiet, neben uns erstrecken sich hohe Berge und ich freue mich. Durch kleine Dörfer und größere, sie nennen es, Stàdte, eine nur größere Ansammlung unfassbarer Zustände. Müll liegt verstreut herum, überall lungern die Menschen oder hämmern an ihren Ständen, Stände überall, überall Werbeschilder darüber. Teilweise über 10 nebeneinander liegenden Ständen die Gleiche. Vereinzelt schöne Häuser dazwischen, aber hauptsächlich ist es ärmlich und dreckig, so ist das hier wohl, nicht dass ich das so negativ bewerte, wie es klingt, es ist nunmal so. Zwischen dem ganzen riesige schöne Hotels, darum Metallzäune mit Spitzen darauf, schon verwerflicher.

Irgendwann sehen wir dann das Schild zu unserem Hotel, der Fahrer nicht und er fähft vorbei. Wir weisen ihn darauf hin und nach mehreren Minuten konnten wir uns dann tatsächlich darauf einigen, dass er umdreht. Es geht stark bergab und sein Gemüt ändert sich schnell zu einer Art freundlichen Grimmigkeit, hätte er uns mal oben rausgelassen wie wir es vorschlugen. Der Weg wird immer unebener, wir wackeln so vor uns hin. Wenige Minuten später dann bleibt er vor dem Hotel stehen, bzw. vor der Auffahrt. Ich gebe ihm seine 400.000 und leg ihm nochmal 50.000 drauf für seine Mühen. Letztendlich hat er seinen Job gut ausgeführt und uns auch nur einmal verarscht mit dem Tanken, kann man ja mal machrn mit Touristen, ich verzeihe ihm in jedem Fall, wenn ich auch noch daran denke, dass er die 1 1/2 Stunden wieder allein zurückfährt.

Die doch recht steile und lange Auffahrt des Hotels hochgelaufen, stehen wir nun an einem schicken und nach allen Richtungen offenen Gebäude, umzingelt.von vielen schönen Pflanzen.

Am Empfang steht ein brilletragender Indonesier, der eher aussieht wie ein Koreaner. Er begrüßt uns sehr freundlich und schnell bemerken wir drei dass ein Fehler bei der Buchung entstand. Er entschuldigt sich mehrmals bei uns und versucht sein Bestes, das Problem zu lösen und nach knapp 15 Minuten, ich bestelle zwischendrin Kaffee bei einer sehr netten Dame, ist alles geklärt und wir können, nach dem so lala schmeckenden Heissgetränk, in unsere Zimmer.

Ich trete ein und der Ausblick vom Balkon haut mich fast um, Berge im Hintergrund, davor mehrere Hàuschen, aus einem qualmt es, dazwischen unzählige und fast ausschließlich grüne Vegetation. Ich drehe mich fast im Kreis vor Freude.

Nach dem Duschen, Auspacken, Umziehen, koche ich mir Wasser mit dem im Hotelzimmer integrierten Wasserkocher auf und mache mir einen bereitliegenden schwarzen Tee, setze mich auf den Balkon. rauche, trinke und ruhe mich aus.

Nach ungefähr einer Stunde treffe ich mich unten mit Flo auf eine oder zwei oder drei Kippen, ich klopfe ihm aufgrund der Hotelwahl auf die Schulter, well done. Da wir nicht den ganzen Tag vor dem Hotel rumlungern wollen, machen wir uns auf, den Hang wieder hoch, um kurz in das Städchen zu gehen, wir hatten noch nichts gegessen. Auf der Kreuzung oben angekommen, ziemlich aus der Puste, sehr steil, recht lsng, kurzum beschwerlich.

Um uns herum ein paar uns seltsam anguckende Indonesier, ich grhe kurz in einen kleinen Laden und will Wasser kaufen. Dort realisiere ich dann etwas, was mich doch ins stocken bringt. Ich betrete einen kleinen Raum mit Bänken, rechts neben mir eine Wand mit Plexiglasscheibe, dahinter sehe ich eine alte Frau im Bett liegen und fernsehen. Sie steht langsam auf, ich zeige lächelnd auf die Wasserflasche, hebe nebenbei zwei Finger und sie nickt und sagt wohl "zwei Wasser", ich verstehe sie leider nicht, sprachliche Barrieren. Sie reicht sie mir und ich reiche ihr das Geld, sie gibt mir das Rückgeld, ich nicke lächelnd und winke zum Abschied. Sollte es tatsàchlich so sein, dass diese Menschen hier in den Ständen wohnen? Das eben erlegte zeigte mir nämlich genau das auf und verwusch mir ein wenig die Sinne. Ich setzte mich neben Flo, gab ihm eine der Flaschen. Aus einem vorbeifahrenden LKW brüllte uns jemand mit "White Trash" an.

Hinzukommende dauernde Blicke der Einwohner, immer wieder hielten sie in der Nähe mit ihren Mofas an und betrachteten uns aufmerksam und argwöhnisch. Mir wurde ein wenig schwummrig, ich war hier ein Fremder, komplett einsichtig für jeden, ein Ausländer, eventuell sogar White Trash mit dem Bruttogehalt dreier Monate eines Durchschnittsbürgers in der Tasche. Ich wollte kein Fremder sein, niemand den man voller argwohn betrachtet. ich möchte gemocht werden, möchte in der Masse untertauchen können, ich sagte das Flo. Man gewöhne sich daran, sagte er, ich bin gerade vor diesem Prozess, habe mich nicht dran gewöhnt, dass man uns mit großen Augen anblickt, rüberschielt wie zu einem potenziellen Verbrecher.

Nach kurzen Augenblicken eigener Ohnmacht meinte Flo nur, dass wir bald ein Taxi bräuchten. wir können uns ja nicht den ganzen Tag an der "Kreuzung", es war kein Kreuz, eher ein Y als ein X, aufhalten und ich stimmte ihm zu, konnte aber nicht aufspringen, sobald eins kam, das solle er erledigen. Mehrere Minuten verstrichen, bis einer der Mofafahrer auf und zukam. Er wies auf den Rücksitz des Mofas, deutete in die Richtung, in die wir wollten. Flo sah mich mit großen, leicht verängstigten Augen an. Ich nickte nur, rausgerissen aus meinem inneren Zerwürfnis aus kontraproduktiven Gedanken.

Flo stieg auf die Maschine eines Anderen, ich auf die desjenigen, der uns gefragt hatte. "Ich hatte Angst" ist eine ziemlich untertriebene Gefühlsanalyse meines Zustandes zu der Zeit. Flo bekam einen Helm, ich nicht, aber das scherte mich nicht sonderlich. Okay? Okay! Und ab ging es, ich hielt mich an meinem Fahrer fest, was er ziemlich lustig fand. In einem Wahnsinnstempo ging es Berg auf, Berg ab, an einem LKW vorbei, an Autos und Taxis vorbei, jedes mal so knapp dass ich sie mit den Ellenbogen hätte berühren können, hätte ich sie nur knapp aisgestreckt. Kennt ihr das Gefühl der Achterbahn? So ungefähr fühlte es sich an, nur ohne Sicherheitsvorkehrungen und gefedert. Ich musste mich stark zusammenreissen vor Enthusiasmus nicht gleich loszubrüllen, wie ich es in einer Achterbahn getan hätte. Es war großartig und ich möchte auf dieser Reise unbedingt nochmal mitfahren. Ich fühlte mich zudem sicher, obwohl das einzige was mir Halt gab die Stiegen für die Füße und die Hüfte des Indonesiers war. Ich vertraute ihm, schließlich macht der das jeden Tag ein dutzend mal.

Nach kurzer, sehr spaßiger Zeit. kamen wir im Städtchen an. Zu Anfang verlangten die beiden 5000 von jedem, dann lehnten sie es ab, um dann 20.000 zu verlangen, kann man mal machen und Wert war es das auf jeden Fall.

Im Städtchen dann liefen wir wieder am Straßenrand, es gab keinen Bürgersteig, kein Wunder dass hier selbst die Kinder Roller fahren. Unser Ziel war es eigentlich etwas zu Essen und Einkaufen zu gehen, nur leider ist gerade Ramadan. Die Essensstände öffnen erst ab 18 Uhr, die einzig offenen Läden waren Fashion Outlets und Rollerläden/werkstätten, sowie Supermärkte. In einen von diesen gingen wir, viele fremde Produkte, auf engem Raum zusammengepfercht, aber voll. Wir kauften zwei Flaschen Wasser, zwei Dosen Limo und Zigaretten, ich ausversehen Nelkenzigaretten, von denen ich bisher nur zwei geraucht habe, sowas sollte niemand rauchen. Beim die Straße überqueren winkte mir ein älterer dicker Indonesier zu, er gab mir herzlich die Hand und begrüßte mich überschwänglich. Er redete auf mich ein, ich verstand nur Bahnhof und irgendeinen Fußballverein, der mir inzwischen aber auch nicht mehr einfallen will. Er nannte dann immer wieder einen Namen in Zusammenhang mit Fußball, während er die Hand fester drückte und die seine andere Hand noch mit darauflegte, er hielt mich anscheinend für eben jenen mir unbekannten Fußballer, sowas ist mir auch noch nie passiert. Fo kam dazu und auch er wurde begrüßt, wenn auch weniger euphorisch, dafür fasste der Mann ihm lachend auf den Bauch, wir lachten aus Verlegenheit und Freundlichkeit mit.Da das Gespräch, so nenne ich es mal, zum Erliegen kam und wir, von ihm und seinen uns misstrauisch beäugenden Jugendlichen, die hinter ihm im Stand standen, keine Zuckerrüben oder Kartoffeln o.Ä. kaufen wollten, kehrten wir ihm winkend und lächelnd den Rücken und zogen unserer Wege. Ob er seinen Freunden wohl berichtet dass heute FußballerXY persönlich bei ihm war? Ob sie ihm wohl glauben werden?

Am Ende des Städtchens angekommen und relativ ratlos, und eigentlich weder zufriedengestellt, noch wirklich begierig auf noch eine Tour durch das Städtchen, suchten wir uns eine Mitfahrgelegenheit für zurück. Hier in der Gegend gibt es Sammeltaxen, diese fahren von A nach B und von B wieder zu A und sammeln allerlei Leute auf, die mitfahren wollen. In so eines sprangen wir, nachdem wir es heranwinkten, und es endlich ein relativ leeres war, alle anderen waren voll mit anscheinend Schulkindern auf dem Weg nach Hause.

Der gelbfarbene, an einer Seiten offene und mit kleinen Polsterbänken bestückte, Kleinvan tuckerte über die Straße, darin noch zwei weitere Passagiere neben den Akteuren dieses Blogs, ein Mädchen mit Kopftuch und Brille und ein älterer Herr in Jacke(!). Der Fahrer ließ zwischendrin das Mädchen raus und erkundigte sich bei drei herumlungernden alten Herren auf einer Bank gleich nochmal nach dem Ziel, welches wir ihm genannt hatten. Immer da lang! war die Antwort, die wir ihm auch hätten geben können, würden wir uns sprachlich nicht so ungleich sein. Wir erreichten die Y Gabelung nach wenigen Minuten, stiegen aus, bedankten uns, zahlten 10.000 pro Person und waren wieder da, wo wir starteten. und auch die zwei die uns gefahren hatten saßen wieder da. Wir winkten, lächelten und verbeugten uns knapp und gingrn Richtung Hotel. Am Straßenrand war ein kleines Mädchen und hüpfte vergnügt, wir hatten es vorher schon gesehen und angelächelt. Vor Freude hüpfte ich sie anlächelnd auch und sie begann zu lachen. Sie rief nun immer etwas und hüpfte dazu und ich tat es ihr gleich, was sie wieder zum Lachen brachte. Zirka sieben Hüpfer und 150 Meter writrr hörte man sie uns immer noch das Wort nachrufend, aber wir waren inzwischen außer Sichtweite und ich brauchte nicht mehr zu hüpfen.

Mit Kindern hier ist es lustig. Erst gucken sie erstaunt in die unbrkannten Gesichter, aber wenn man lächelt, merken sie dass auch dieses Unbekannte lächeln und freundlichkeit versprühen kann, und lächeln oder lachen meist zurück. Bei den Erwachsenen ist es ähnlich, nur halten sie sich oft verschlossener und lächeln meist eher höflich, als freudig. Es gibt selbstverständlich Ausnahmen in beide Richtungen. Ich erinnere mich an einen alten Herren, der auf einem Roller an uns vorbeifuhr und aus tiefster Herzensgüte lächelte, schöne Momente. Mein Knäuel im Kopf über das Fremdsein war und ist vorerst vorrüber.

Im Hotel angekommen erstmal duschen und entspannen, danach essen. Es gab wirklich fantastische kleine Würstchen mit Reis, darauf Spiegelei. Als Nachtisch gebackene Banane mit Schokolade und Käse, klingt komisch und schmeckt auch so, aber ist lecker. Die Banane und die Schokolade wollen den Mund mit Süßem versorgen. aber der Käse arbeitet dagegen.

Nach ein paar weiteren Zigaretten ging es dann ab ins Bett, ich tippte noch ein bisschen am Blog und legte mich auch zur Ruhe.

Mehr zum heutigen Tag dann morgen, auf bald meine Freunde,

euer gaukla.
9.6.16 19:32
 
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